Bodengrund im Aquarium - Auswahl und Aufbau

Bodengrund und Aufbau im Aquarium

Kies, Sand, Soil, Nährboden, Lavaaufbau oder doch lila und gelb?

1. Welcher Bodengrund im Aquarium ist der richtige?

Welcher Bodengrund im Aquarium der richtige ist, ist eine der wichtigsten Fragen, die am Anfang geklärt werden sollte. Die Auswahl der verschiedenen Aquarium Bodengründe ist riesig. Von feinem Kies, groben Kies, Sand in hell und dunkel, Kies in blau und pink, Soil und Nährboden oder Lava ist alles dabei. Kein Hobby ist so vielfältig wie die Aquaristik mit all ihrer Möglichkeiten. Ein direktes Richtig und Falsch gibt es im Großen und Ganzen nicht, jedoch hat jeder Bodengrund eigene Eigenschaften, die ihr bei der Auswahl beachten solltet.

1.1 Kies im Aquarium

Kies ist der klassische Begriff, wenn es um den Bodengrund im Aquarium geht. Unter Kies versteht man alles was gröber als 1,2 - 1,4 mm ist. Kies gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Formen aber auch Farben. Bei der Auswahl sollte man aber vorab entscheiden, welche Tiere man im Aquarium pflegen möchte. Die meisten bodenlebenden Arten wie zb. Panzerwelse, Harnischwelse, Garnelen, Barsche etc benötigen feinen sandigen Boden.

Dem groben Kies wird oft nachgesagt, dass er viel leichter zu reinigen ist. Grundsätzlich ist es aber eine Sache von Gefühl, Gewöhnung und Handling, denn Sand kann viel leichter zu reinigen sein, wenn man weiß wie. Je gröber der Kies ist, umso mehr wird der abgesetzte Mulm an der Scheibe vorn sichtbar und ihr müsst deutlich öfter die Kieskante sauber machen. Grundsätzlich gilt, je gröber der Kies, umso schneller rutscht der Mulm auch in die tieferen Schichten. Selbst bodengrabende Arten wie TDS haben da Schwierigkeiten hinterher zu kommen. Wer einen Kiesboden sauber halten möchte, sollte regelmäßig den entstehenden Mulm mit einem Schlauch absaugen. Hier ist es absolut unnötig eine Mulmglocke im ganzen Becken zu verwenden, da man so viel Mulm in die unteren Kiesschichten drückt. Ein einfaches absaugen genügt, lediglich die Futterplätze können regelmäßig gemulmt werden.

An dieser Stelle möchten wir kurz auf die gefärbten und ummantelten Versionen vom Aquariumkies eingehen, denn der meiste bunte Aquariumkies ist nur sehr grob zu bekommen und zählt somit zum Kies.

Diesen gibt es in den unvorstellbarsten Farben, von einheitlich gefärbt bis hin zu mehrfarbigen Mischungen. Wer diesen bunten Kies in pink, gelb, lila oder grün gut findet und unbedingt will, der sollte unbedingt beim Kauf darauf achten, das der bunte Aquariumkies nicht mit Lack oder billigem Plastik ummantelt ist. Dieser Kies lockt meist mit sehr günstigen Preisen aber leider löst sich die Ummantelung im Wasser mit der Zeit und es könnnen massive Probleme bei den Tieren auftreten. Wenn ihr eingefärbten Aquariumkies wollt, dann sollte dieser zumindest mit Epoxy also Epoxydharz ummantelt sein. Ausnahmen sind die natürlichen "farbigen" Kiessorten wie z.b. das JBL Manado, das es in terrakotta und in schwarz gibt. Die bekannten Beach Pebbles sind ebenfalls eine sehr schöne natürliche Alternative. Wer es ganz natürlich mag, entscheidet sich für den natürlichen Kies in weiss, sandfarben oder beige.

1.2. Sand im Aquarium

Sand im Aquarium finden viele zu fein. Manche sagen sogar, er lässt sich nicht reinigen oder er ist schlecht für Pflanzen oder nicht bunt genug? Wenn dieser Mythos stimmen würde, gäbe es in der Natur wahrscheinlich keinen feinen Bodengrund aus Sand, Mulm und Erde in fast jedem Gewässer. Somit ist die simple Antwort: Nein! Natürlich ist Sand oder feiner Bodengrund im Aquarium nicht schlecht für Pflanzen oder schlechter zu reinigen wie Kies. Ganz im Gegenteil. Da Aquariumsand feiner ist, wird Mulm von den Tieren und der Filterung im Aquarium in Bewegung gehalten und kann nicht zwischen die feinen Steinchen rieseln. Damit habt ihr oft deutlich weniger Mulm im Bodengrund und auch keine unschöne Sichtkante vorn an der Scheibe. Auch das Mulm absaugen ist bei feinem Aquariumsand nicht schwer. Natürlich brauch man etwas Gefühl, aber wenn man die richtige Mulmglocke hat, dann lässt sich diese mit einem Hahn perfekt im Druck einstellen und ihr saugt nur den Dreck und nicht den Sand an. Alternativ reicht ein normaler Schlauch zum absaugen. Ihr können ganz leicht mit dem Daumen auf dem Auslass den Sog reduzieren und nur den Mulm statt auch den Sand absaugen. Solltet ihr doch mal Sand ansaugen, dann ist das nicht schlimm. Gießt den Eimer vorsichtig aus und lasst den Sand im Eimer. Der Sand wird ein paar mal durchgespült und kann dann wieder ins Becken zurück gekippt werden. 

Natürlich gibt es bei Sand durchaus ein paar Dinge zu beachten. Den feinen Sand gibt es zb. nicht oder sehr selten in bunten Farben. Hier sind nur natürliche Farbtöne von schwarz bis weiss auf dem Markt. Der schwarze Sand ist meist mit Epoxidharz ummantelt und dadurch deutlich teurer als günstig eingefärbter Kies. Zusätzlich sollte bei Sand als Bodengrund im Aquarium auch immer ein arbeitsfreudiger Bodenputztrupp (zb. Turmdeckelschnecken) eingesetzt werden. Zu dem Gerücht, das Pflanzen nicht im Sandboden wachsen, gehen wir nochmals weiter unten ein.

1.3. Soil im Aquarium

Soil, mittlerweile eine sehr bekannte Bodengrundvariante für das Aquarium. Soil ist mehr oder weniger durch das Aquascaping bekannt geworden und ein aktiver Bodengrund im Aquarium. Soil besteht nicht aus Gestein, sondern aus natürlicher Erde, die einen vulkanischen Ursprung hat. Wie viele sicher aus Schulzeiten noch wissen, ist vulkanischer Boden ein sehr nährstoffreicher Bodengrund, der neben den verschiedenen Nährstoffen auch verschiedene Minerale und Spurenelemente enthält. Nach der Verarbeitung wird der Soil kurz gebrannt, um eine gewisse Stabilität zu erreichen. Gelegentlich wird für eine bessere Partikelbindung und klares Wasser, etwas Kohle oder auch weitere Nährstoffe hinzugegeben. Der Soil Bodengrund verfügt zudem über Huminstoffe und Fulvosäuren, die sich positiv auf des Wohlbefinden deiner Zierfische oder Garnelen im Aquarium auswirken können.

Da Soil ein aktiver Bodengrund im Aquarium ist, heißt das natürlich auch, dass dieser die Werte im Wasser verändern kann. Soil besitzt die Eigenschaft die Karbonathärte zu binden und damit den pH Wert anzusäuern. Unterstützt wird dies von den enthaltenen Huminstoffen. Die Eigenschaft ist also Ähnlich wie von Torf. Soil kann jedoch nicht ewig binden und natürlich sind die Nährstoffe und Minerale irgendwann verbraucht. im Schnitt sagt man, das man den Bodengrund alle 2 Jahre tauschen sollte, wenn man die guten Eigenschaften weiter nutzen möchte. Soil bietet eine perfekte Grundlage für ein gutes Pflanzenwachstum und ist daher sehr gut für Aquascaping, Holländische Becken oder Aquarien für fortgeschrittene Aquarianer, die Wert auf eine bestimmte Artenvielfalt legen. Für einen ganz frischen Anfänger empfehlen wir den Soil nur unterstützend ins Becken zu geben, durch zb eine Soilinsel/Soilbett, oder sich vorab gut mit den Eigenschaften und Folgen zu befassen. Wenn Soil im Aquarium ist, gibt dieser zu Beginn sehr viele Nährstoffe ans Wasser ab, die ein Algenwachstum massiv fördern können. Gerade die ersten Wochen kann es zu einem PH-Sturz kommen. Hier sollte man die Wasserparameter sehr genau im Auge behalten, insbesondere wenn bereits Tiere im Aquarium leben (Soilbecken besetzt man idealerweise erst nach einer Einfahrzeit von mehreren Wochen) Aus diesem Grund wechselt man bei Soil in der Startphase (vor dem Besatz) regelmäßiger das Wasser, um deutliche Überschüsse an Nährstoffen aus dem Wasser zu bekommen.

Das Absaugen oder auch Abmulmen von Soil Bodengrund ist ebenfalls etwas anders als bei Sand oder Kies. Hier ist etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Manch einer sagt, Soilboden muss man nie abmulmen, andere sagen, doch macht man auch regelmäßig. Wir sagen, es gibt viele Wege die zum Ziel führen. Wir saugen auch Soilboden gelegentlich und sehr vorsichtig ab, um den überschüssigen Dreck und Kot zu entfernen und um eine Phosphatüberlastung zu vermeiden.

Soil hat also klare Vorteile aber auch Nachteile. Bitte bedenkt: da Soil die Wasserwerte aktiv verändert, ist dieser Bodengrund nichts für Aquarien mit Tieren wie Mollys oder Malawis.

1.4. Nährboden , ja oder nein?

Auch hier ist es wieder die Frage der Fragen. Googelt man im Internet oder schaut sich Youtube Videos an, wird man feststellen, das auch hier die Meinungen sehr weit auseinander gehen. Prinzipiell gilt auch hier, es gibt kein Richtig und kein Falsch. Nährboden ist der Vorgänger von Soil und ein gesiebtes erdähnliches Substrat. (Alles was eher nach Kies aussieht und nicht erdähnlich ist, ist nur normaler Quarzkies der am Dünger vorbeigelaufen ist). Der Nährboden ist allerdings nur ca zwei Jahre aktiv und sollte dann ausgetauscht werden.

Wenn man Nährboden unter dem normalen Sand oder Kiesbodengrund verwenden möchte, ist es wichtig, hier auf den richtigen Aufbau des Bodengrundes zu achten. Nimmt man den Nährboden und gibt direkt darüber den Sand oder den Kies, kann es passieren, dass der Boden unter der dichten Deckschicht anfängt zu arbeiten. Hier bilden sich anaerobe Bakterien, die Gase und Abfallprodukte produzieren, die wir nicht im Aquarium haben möchten. Sowie eine Vermischung der Schichten stattfindet, zb durch Fische oder Schnecken, gelangen diese Stoffe ins Aquariumwasser.Meist reagieren die Tiere direkt mit gesundheitlichen Problemen. Insbesondere Bodenbewohner wie Panzerwelse, Welse und Wirbellose reagieren innerhalb kürzester Zeit. So kann man pauschal davon ausgehen, dass die Ursache für kranke Panzerwelse bei einem faulenden Nährboden zu suchen ist.

Hier der ideale Aufbau eines Bodengrunds mit Nährboden: Hat man die angegebene Menge an Nährboden in das Becken gegeben, sollte man ein paar Lavagravel, Vulcano Mineral oder Lavasplit darüber verteilen, so kann der Nährboden nicht gammeln und unerwünschte Probleme verursachen. Die zusätzliche Schicht mit Lava schützt den Nährboden davor, beim mulmen nicht durchgewühlt zu werden. (Niemand möchte bei jeder Reinigung die braune Suppe im Aquarium) Über die dünne Schicht Lava kommt dann euer gewünschter Bodengrund. Dabei ist es egal ob es Sand oder Kies ist. Lediglich auf Soil solltet ihr beim Nährboden verzichten. Hier gilt: entweder Soil ODER Nährboden.

Beim Reinigen des Bodens solltet ihr entsprechend vorsichtig vorgehen und mit der Mulmglocke nicht zu tief einstechen oder den Mulm nur mit einem Schlauch absaugen ohne zu mulmen. Sonst holt ihr den unschönen Erdboden nach oben und verdreckt das Aquarium. Nährboden muss auch nur an die Stellen im Aquarium, wo später Pflanzen wachsen sollen. Wenn vorn ein breiter Kies- oder Sandstreifen nicht bepflanzt werden soll, braucht hier auch kein Nährboden unter.

1.5 Wie baue ich stabile Aufbauten und Hügel?

Grundsätzlich ist es keine Kunst im Aquarium tolle Landschaften zu erschaffen, wenn man weiss wie. Die Aquascaper wissen was wir meinen. Wenn man einen Bodenaufbau von über 6cm oder entsprechende hohe Hügel anstrebt, dann baut man die Landschaft nicht nur mit Kies oder Sand auf. Vorab sollte man genau entscheiden, was man erreichen möchte. Hier sind Skizzen oder ein Testaufbau auf einer Pappe absolut zu empfehlen. Für hohe "Berge und Landschaften" nutzt man Material, dass sich durch eine grobe Oberfläche gut verkantet und ein stabiles Gerüst bildet. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine grobe Unterkonstruktion vor Fäulnis schützt. Die beste Wahl ist Lava. Lava gibt es in unzähligen Größen und verschiedenen Farben auf dem Markt. Ein Beispiel ist das Volcano Mineral von JBL.

Für einen hohen Bergaufbau eignen sich große Lavasteine, die sehr gut mit Sekundenkleber auf Cyaonoacrylatbasis und feinem Sand verklebt werden können. Hier gibt man Sekundenkleber auf die Verbindungsstellen und rieselt feinen in der Wunschfarbe Sand darüber. Diesen Vorgang mehrmals wiederholen und es bildet sich ein fester Unterbau, der auch mit dem Kies oder Sand Eurer Wahl aufgefüllt werden kann, insbesondere wenn kleinere Hohlräume mit kleinerem Lavamaterial aufgefüllt wurden. Wir haben für diesen Zweck unsere Hausmarke von Volcano Mineral in 2 verschiedenen Splitgrößen. Bei weichen Landschaften mit Hügeln, kann der Unterbau mit Lavagranulat aufgeschüttet werden. Der Kies oder Sand, der als Bodengrund dienen soll, wird einfach darauf geschüttet und in Form gebracht.

2. Weitere Hinweise zum richtigen Bodengrund im Aquarium

Jeder Bodengrund hat seine eigenen Eigenschaften, Vor- und Nachteile und gefallen muss er auch noch. Der wichtigste Punkt bei der Auswahl des richtigen Bodengrunds, sollte der Besatz sein. Nicht jedes Tier verträgt jeden Boden oder Bodenfarbe. Bitte plant vorab welche Tiere ihr pflegen möchtet und was sie für Bedürfnisse haben. Meistens ist es möglich den Nutzen und die Optik miteiander zu verbinden.

An dieser Stelle möchten wir uns ein wenig mit den Mythen über Aquariumboden befassen und euch noch ein paar weitere Tipps mitgeben, die euch helfen einen gesunden und langlebigen Bodengrund zu schaffen.

2.1 Im Sandboden wachsen keine Pflanzen - Stimmt natürlich nicht!

Eins der bereits am längsten kursierenden und wenn man kurz darüber nachdenkt, auch unlogischsten Gerüchte ist, dass im Sandboden keine Pflanzen wachsen. Wir können euch nicht sagen, wo dieses Gerücht herkommt aber sicher ist, dass es auf Unwissen und fehlende Erfahrung zurück zu führen ist. In der Natur bestehen 90% der Flüsse, Seen und Bäche aus Sandboden und Schlamm. Natürlich wachsen auch in Sandboden Pflanzen und das durchaus sehr gut.

Wichtig ist, dass der Bodengrund natürlich durchflutet wird und Sauerstoff an die Wurzeln kommt, so dass es nicht unter Luftabschluss zu einer Gasbildung kommen kann. Das macht in der Natur die natürliche Strömung und Bewegung des Wassers und die darin lebenden Tiere und Mikroorganismen. Wie es der Regenwurm im Erdreich macht, so machen es auch verschiedene Tiere im Gewässerbodengrund. Wir haben von Anfang an Sandboden, weil es die Natur so vor gibt. Es  bilden sich bei Sand keine hässlichen Dreckwege zwischen den Steinchen und die Tiere können sich nicht verletzten. Die Pflanzen wurzeln auch in Sandboden sehr gut, unserer Erfahrung nach sogar deutlich besser als bei Kies. Wer Sandboden ins Aquarium setzt, sollte sich auch mit der natürlichen Bodenpolizei anfreunden oder das Abmulmen mit der Mulmglocke bzw Mulmsaugen mit einem Schlauch, auf die regelmäßige Routineliste schreiben.

2.2 Bodenpolizei - Tiere können dich unterstützen

Im Erdreich sorgen Würmer, Käfer und andere Bodenbewohner für eine Lockerung und Umverteilung der Nährstoffe. Dies sollte auch im Aquarium der Fall sein. Ein gesundes Aquarium braucht einen fleissigen Bodenputztrupp.

Nützliche Tiere für den Bodengrund im Aquarium, die Reste verwerten und Sauerstoff an die Wurzeln bringen sind z.B. Glanzwürmer. Die Glanzwürmer kann man einfach durch den Bodengrund kriechen und arbeiten lassen und sie haben den Vorteil, das sie auch noch als Lebendfutter dienen, wenn mal ein Wurm unachtsam ist.Besonders bei Panzerwelsen ist das eine perfekte Kombination.

Wer keine Würmer mag, kann sich auch für Turmdeckelschnecken entscheiden. Als Bodenschnecke, die wie ein Regenwurm durch euer Aquarium kriecht, eignen sich immer die Arten der Melaniodes, Tarebia und Thiara. Diese Arten sind Tagsüber zumeist im Boden und ihr bekommt gar nicht so viel von ihnen mit. Nachts kommen sie raus, weil der Sauerstoffgehalt im Bodengrund sinkt und weil sie keine tagaktiven Räuber fürchten müssen. Sie waren lange Zeit zu Unrecht als Pest verrufen und gewinnen immer mehr an Beliebtheit, da sie effektiv den Boden reinigen und zudem als Zeigertiere dienen. Hier gilt: vermehren sie sich zu stark, ist der Besatz zu groß / zuviel oder es wird zuviel gefüttert. Vermehren sich die Turmdeckelschnecken garnicht, gibts zu wenig Nahrung im Aquarium. Besonders wichtig sind sie, wenn ein massiver und lebensbedrohlicher Sauerstoffmangel im Becken entsteht. Dann krabbeln alle Schnecken zeitgleich bis zur Wasseroberfläche und können das Aquarium so vor großen Verlusten bewahren, wenn man als umsichtiger Aquarianer auf dieses Anzeichen achtet und sofort einen Wasserwechsel durchführt.

Andere TDS, wie die Raubturmdeckelschnecken, sind nicht unbedingt nützlich für euren Boden, fressen aber andere kleine Schnecken. Und dann gibt es noch die Turmdeckelschnecken, die gut aussehen aber nicht im Boden leben und somit keine Funkltion als Bodenputztrupp erfüllen.

Wenn Ihr also euer Becken gut pflegt und sauber haltet, angemessen füttert und keinen Überbesatz habt, dann wird sich der Bestand des Bodenputztrupps von selbst regulieren. Mehr Infos zum Thema "Hilfe ich habe eine Schneckenplage" findet ihr im Blog.

2.3 Wie wichtig ist der Bodengrund für die Tiere?

Der Bodengrund im Aquarium muss 3 Punkte erfüllen. Er müss euch gefallen, er muss zu euren Vorstellungen im Aquarium passen und er muss zu den Tieren passen. Es gibt Tiere im Aquarium, die keine Bedürfnisse an den Aquariumgrund stellen. Das ist z.b. bei vielen Salmlern, Barben und Bärblingen so, da sie meist den mittleren und oberen Schwimmraum nutzen. Manche Tiere haben allerdings sehr spezielle Anforderungen an den Bodengrund und diese Bedürnisse sollte mit berücksichtigt werden. Das ist z.B bei Arten wie Apistogramma, Microgeophagus, Geophagus oder Corydoras der Fall.  Die genannten Barsche und Panzerwelse nutzen einen feinen Bodengrund (Sand) um ihre Kiemen vor Schädlingen zu schützen und zu reinigen. Das bedeutet, sie nehmen den Sand auf und spülen diesen durch die Kiemen. Wenn man ihnen das nicht bietet, kann es zu einer deutlich verkürzten Lebenserwartung kommen. Bei Panzerwelse scheiden sich die Geister und es gibt heute noch in vielen Gruppen, Foren und Treffen tiefe Disskussionen ob die Tiere Sand benötigen oder nicht. Wer sich die Lebensweise der Tiere in der Natur anschaut, der wird schnell merken, das die Tiere auf jedenfall Sand bevorzugen, da sie diesen beim tiefen Gründeln nach Futter durchsuchen und da verschwindet schnell mal der ganze Lopf im Bodengrund. Man kann die Tiere durchaus auch auf Kies halten, sollte aber darauf achten, das es kein Spitzer sondern runder Kies ist, damit die Tiere sich nicht schneiden oder verletzen können. Mindestens ein kleiner Sandkasten, sollte jedoch für die Tiere zur Verfügung stehen. Hier eignen sich Futterecke aus Acryl, Tonschalen oder ähnliches.

2.4 Heller Bodengrund oder dunkler Bodengrund?

Der letzte Punkt, der immer und immer wieder zu Diskussionen führt: muss der Bodengrund nun hell oder dunkel sein? Auch hier sei gesagt, es kommt ganz auf das Aquarium und die Tiere an. Es ist ganz leicht erklärt, was der Unterschied von beiden ist. Der helle, sandfarbene Bodengrund, wie er auch in der Natur vorkommt, ist natürlich der Klassiker. Doch ganz oft steht, das dunkler Bodengrund bevorzugt wird. In den Flüssen und Seen der Natur, wo heller Sandboden ist, ist das Wasser entweder oft tiefer als im Aquarium, mehr in Bewegung oder es sind Stoffe im Wasser wie Humin und Gerbstoffe, die die Lichtbrechnung verändern. Heller Bodengrund, reflektiert also das Licht. Im Aquarium wollen wir natürlich gern tolle Pflanzen, die oft auch starkes Licht benötigen. Da viele unserer Pflanzen eigentlich Sumpfpflanzen sind, die nicht mit Licht unter Wasser, sondern mit Sonnenlicht über Wasser arbeiten, brauchen sie im Aquarium natürlich etwas mehr. Dadurch kann bei hellem Bodengrund und hellem Licht eine starke Lichtreflektion entstehen, die dann die Tiere "blendet" und damit etwas scheuer oder etwas blasser macht, als sie eigentlich sein sollten. Wer aber Huminstoffe ins Wasser einbringt oder Schwimmpflanzen, der sorgt wiederum für eine andere Lichtbrechung und damit natürlich das gleiche gute Wohlbefinden wie in der Natur. Dunkler Bodengrund dagegen reflektiert das Licht nicht zurück und daher scheinen die Tiere oft farbiger. Aber gleichzeitig läst dunkler Bodengrund das Aquarium auch dunkel wirken.
Also auch hier gibt es  kein richtig oder falsch, sondern es kommt ganz auf eure Vorstellungen und Wünsche an, sowie auf die Tiere die Ihr halten wollt.

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